Vergaserprobleme nach dem Winter bzw. langen Standzeiten

Viele kennen es, Frühjahr, Sonne , Motorrad raus, Batterie rein ( wenn nicht schon eingebaut , weil wie üblich vergessen auszubauen ) und starten.

Hurra die Batterie lebt, doch der Motor springt nicht an bzw. kommt nicht in die Gänge ! Mit viel Glück und Geduld ( = ev. schwitzen, weil man ja mit den Kumpels schon unterwegs sein wollte ) läuft der Motor so halbwegs unrund. Kein Probelm, länger im Kaltstart laufen lassen, letztlich das Standgas hochdrehen und los gehts ! Nach gar keinem Fahrspaß ( weil der Motor schlecht am Gas hängt bzw. schlecht von den Drehzahlen herunter kommt ) geht´s beim ersten Ausritt gleich ab in die Werkstatt mit dem Gedanken: " Bei der letzten Fahrt vor Monaten bzw. vorm Winterschlaf lief der Motor normal, also kann ja eigentlich nichts bzw. nur eine Kleinigkeit fehlen "

 

Doch der Meister in der Werkstatt sieht das leider nicht so mit dem Nichts oder der Kleinigkeit. Er wird versuchen zu erklären, dass sich im Vergaser etwas getan haben muß, wenn man das Standgas mittels der Leerlaufschraube nur wegen der Standzeit erhöhen muß !

 

Folgendes ist passiert !

 

- Das Motorrad wurde nach Saisonende abgestellt

- Batterie wurde ausgebaut oder auch nicht

- Ev. wurde vollgetankt = i.O. oder der Tank wurde kpl. entleert

- Die Vergaser wurden nicht entleert ( Ablaßschrauben an den         Schwimmerkammern ! ), da weder gewußt noch daran gedacht oder Verkleidungsdemontage notwendig !

 

 

Mit den Monaten zersetzt sich der Kraftstoff in den Vergasern und reagiert (durch Mithilfe von Sauerstoff )  mit Messing und bildet den sogenannten Grünspan.

 

Die Düsen im Vergaser bestehen aus einer Messinglegierung und werden infolgedessen vom Grünspan verstopft.

 

Zu den kleinsten Düsen im Vergaser ( die zuerst zusetzen ) zählt die Leerlaufdüse, die wie schon der Name sagt, mit der Leerlaufdrehzahl unmittelbar in Zusammenhang steht und deshalb für viel Verärgerung sorgen kann !

 

Die fachgerechte Behebung dieses Ärgernisses sieht wie folgt aus.

 

  • - Vergaser bzw. Vergaserbatterie ausbauen
  • - äußerlich reingen und zerlegen
  • - Vergaserteile überprüfen und Vergaser im Ultraschallbad reinigen
  • - Düsenteile in spezielles Lösungsmittel einlegen und anschließend reinigen ( keine mech. Reinigung mittels Drähte oder Ähnlichem vornehmen = Gefahr das Düsenloch negativ zu verändern ! )
  • Vergaser bzw. Vergaserbatterie zusammenbauen, einbauen und kpl. einstellen ( Abgas und Synchronisation )
  • Abschließende Probefahrt durchführen
  • Kosten dieser Arbeiten : je nach Aufwand

 

 

 

 

 

 

Vergaser vor der Reinigung
Vergaser nach der Ultraschallbadreinigung